Hart am Wind!


„Stipendien sind meiner Ansicht dafür da Menschen auszuzeichnen, die besonders hart arbeiten und die Unterstützung wirklich nötig haben. Außerdem sollten sie jüngeren Generationen ein Vorbild sein“, schreibt Lena Stückl in ihrer Bewerbung für das Stipendium.

Lena Stückl musste in den letzten Jahren besonders hart arbeiten. Mit guten Erfolgen und einem 2. Platz bei den Jugendeuropameisterschaften in der Jugendbootklasse, lief nach dem Umstieg in eine olympische Bootsklasse zunächst einmal gar nichts mehr. Verletzungen und gesundheitliche Probleme, sowohl von ihr, als auch von ihrer Partnerin führten dazu, dass Lena ihre Partnerin und damit ihre Position im Boot wechseln musste. Für eine Seglerin kommt das einem Neustart gleich. Dieser Neustart musste zum größten Teil von ihr selbst finanziert werden, da sie zunächst aus den Fördersystemen heraus gefallen ist. Der finanzielle Aufwand war enorm. Inzwischen ist die Talsohle durchschritten und es geht mittlerweile sportlich wieder aufwärts, was auch der 3. Platz bei den internationalen Deutschen Meisterschaften wiederspiegelt und die Berufung in den Bundeskader. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Theresa Löffler arbeitet sie gerade fleißig an ihrem neuen Boot, eine 470er mit dem Namen Josephine und der dazu nötigen Feinabstimmung, damit sie 2018 wieder voll angreifen können. Ihr Ziel ist auf Tokio 2020 gerichtet, wo sie durchaus Außenseiterchancen auf einen Startplatz haben. Das 470 Sailing Team Löffler/Stückl ist somit auf Kurs.

Lena Stückl ist es ein besonderes Anliegen, dass der Leistungssport keine entweder oder Entscheidung braucht. Sie zeigt sehr eindrucksvoll, wie ein anspruchsvolles Ingenieurstudium sich mit dem Segelsport verbinden lässt. Die nötige Weitsicht und Selbständigkeit nimmt sie dabei aus ihren Sport mit in den Hörsaal. Die Werte und Charaktereigenschaften, die im Sport selbstverständlich sind überträgt sie auf ihr Studium und ihre Praktika. Mehr als einmal beschreibt sie, hat sie ein Jobangebot aufgrund ihres Sports bekommen. Im nächsten Jahr steht für sie der Bachelorabschluss an, danach möchte Lena gleich direkt ihren Master machen. Am liebsten in die Richtung Auto/Design.

Für Lena Stückl hat der Gewinn des Stipendiums auch noch einen weiteren Aspekt. Für sie ist Segeln eine großartige Sportart, die viel zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommt. Lena erhofft sich, dass das Stipendium ein wenig dazu beiträgt, dass sich nicht nur jüngere Generationen für den Segelsport begeistern, sondern sich auch die breite Öffentlichkeit mehr für diesen faszinierenden Sport interessiert.


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